Texte mit Mehrwert sind mehr wert


… oder warum billig Content doppelt kostet

Klar, als Texterin möchte ich nicht für Hungerlöhne texten. Tue ich auch nicht. Doch warum guter Content mehr wert ist und wieso Sie beim Kauf von 1-Cent-Texten eigentlich doppelt bezahlen, verrate ich Ihnen mit drei Beispielen. Die Beispiele, Personen und Namen sind frei erfunden.

Billigen Content kaufen: Konrad verkauft Stühle

Konrad baut und verkauft Stühle. Besondere Stühle. Maßangefertigte Stühle. Stühle, die den Vorstellungen seiner Kunden entsprechen. Dafür hat Konrad einen Onlineshop eingerichtet. Seine Kunden können seine maßgefertigten Stühle und andere Möbel online bestellen.

Den Onlineshop hat ein Webdesigner eingerichtet. Den Begrüßungstext, die Produktbeschreibungen und Infotexte für seine Kunden kauft Konrad günstig von einer Contentplattform. Dort bekommt er Texte für einen Cent pro Wort. Das ist billig, denkt Conrad, und bestellt 10 Webseitentexte für je 10 Euro. Macht 100 Euro.

Für jeden Text erstellt Konrad ein Briefing für die Autoren der Plattformen. Damit wissen die Autoren, worüber sie schreiben müssen. Pro Briefing investiert Konrad 20 bis 40 Minuten. Ähnliche Briefings gehen schneller. Nach wenigen Tagen erhält er 10 Texte von 10 verschiedenen Autoren. Einige Texte sind gut. Andere müssen noch überarbeitet werden.

Schreiben für 1-Cent pro Wort: Petra schreibt für eine Contentplattform

Petra schreibt Texte für eine Contentplattform. Dafür erhält Sie je nach Länge zwischen 4 und 8 Euro pro Text. Wollte Sie vom Texten Leben, müsste sie entweder höhere Preise verlangen oder 6000 Wörter am Tag schreiben, um gerade so über die Runden zu kommen. Das entspricht etwa 20 geschriebenen Seiten in einem Word Document.

Heute nimmt Petra drei Aufträge zum Thema Möbel von jeweils 500 Wörtern an. Damit verdient Sie 15 Euro. Um auf einen halbwegs akzeptablen Stundenlohn zu kommen, darf sie nicht zu viel Zeit in die Recherche und die Nacharbeit investieren. Zudem ist das Schreiben bloß ein Hobby und kleiner Nebenverdienst. Kleine Fehler übersieht sie da schon einmal. Ist ja auch egal, meint Petra. Formulierungen feilt sie nicht lange aus. Der Informationsgehalt bleibt aufgrund von Zeitmangel oberflächlich. Heute hat sie pro Stunde etwa 5 Euro verdient.

Mehrwert für Webseiten: Sabine möchte ausgefallene Stühle kaufen

Sabine ist gerade mit ihrem Freund Martin in die erste, gemeinsame Wohnung gezogen. Ihren alten Tisch möchten sie mit ausgefallenen Stühlen aufmöbeln. Sie begibt sich auf die Suche im Internet und landet auf Konrads Onlineshop. Hier liest sie:

Willkommen in Konrads Onlineshop!

Stühle sind für jeden Wohnraum wichtig, da sie ein wichtiger Bestandteil und Mittelpunkt der sozialen Aktivitäten im Haushalt sind und der Wohnung Charme verleihen.Auf Konrads Onlineshop findet man eine große Auswahl maßgefertigter Stühle. Hier kaufen sie Stühle,die zu Ihnen passen. Bequem zahlbar per Rechnung, Paypal oder Vorkasse.

Das Webseitenlayout ist übersichtlich und ansprechend. Die Texte leider weniger. Zwischen langen Schachtelsätzen verstecken sich kleine Leerzeichen-Fehler. Nicht jeder bemerkt diese Fehlerchen. Sabine schon. Auf die Studentin macht der Shop nach genauerem Hinsehen einen weniger seriösen Eindruck. Ratschläge zum Stuhlkauf oder Informationen zur Bestellung sucht sie vergebens – und klickt sich zu einer anderen Webseite.

Zeit oder Geld: Content Qualität hat ihren Preis

Die Beispiele sind frei erfunden – die Situationen finden sich jedoch häufig in der Realität. Sie zeigen deutlich, warum Qualität seinen Preis hat. Das gilt auch für Webtexte:

  1. Günstiger Content wird von den Autoren schnell „heruntergeschrieben“. Das soll keine Kritik sein, sondern folgt wirtschaftlichen Grundsätzen. Oder würden Sie für 4 Euro zwei Stunden an einem Text arbeiten?
  2. Infolgedessen sinkt die Qualität. Kleine Fehler schleichen sich ein. Stil und Ausdruck leiden. Der Informationsgehalt bleibt gering, da keine Zeit für eine ausgiebige Recherche vorhanden ist.
  3. Damit die Autoren die Texte schreiben können, müssen Auftraggeber ein Briefing erstellen. Damit der Text den Vorstellungen gerecht wird, sollte das Briefing detailliert sein. Das benötigt Zeit. Zeit, die Ihnen an anderen Stellen fehlt.
  4. Texte müssen später gegebenenfalls umgeschrieben und überarbeitet werden. Das kostet entweder Zeit oder Geld für einen Lektoren.
  5. Werden schnell geschriebene Texte nicht überarbeitet, kostet sie das im schlimmsten Fall Kunden. Nicht jeder Kunde achtet auf Kleinigkeiten,wie einen Leerzeichenfehler. Manche Kunden leiten daraus jedoch fehlende Professionalität und Seriosität ab. Haben Sie ihn entdeckt, den Kommafehler im vorletzten Satz?
  6. Texte mit Mehrwert auf der anderen Seite, z.B. gute Ratgeberartikel im Onlineshop, werden immer wieder gelesen und ziehen neue Kunden an.

Anstelle von 10 SEO-Texten (für jeweils 5 Euro), ist dann ein Ratgebertext (für 50 Euro) ausreichend. Ein einziger Text mit Mehrwert steigert Ihr ansehen, wirkt seriös und bringt mitunter den gleichen oder einen besseren effekt als zehn schlechte SEO-Texte.

Das heißt, Sie bezahlen entweder mit Geld oder mit Ihrer Zeit und schlimmstenfalls sogar mit dem Verlust von Kunden für den, auf den ersten Blick, „billigeren“ Content. Wirtschaftlich gesehen ist es unmöglich (dauerhaft) günstigen Content zu erhalten, der alle Anforderungen an Qualität und Mehrwert erfüllt.

Texte mit Mehrwert vom professionellen Texter: Bettina schreibt Webtexte

Bettina schreibt und verkauft Texte. Besondere Texte. Texte für das Internet. Texte, die den Vorstellungen ihrer Kunden entsprechen. Dafür stellt sie ihren Kunden gezielte Fragen und recherchiert, bevor sie mit dem Schreiben beginnt. Sie macht sich mit der Zielgruppe vertraut und passt ihren Schreibstil an. Kurze und knackige Sätze verwendet sie immer. Aufzählungen und Zwischenüberschriften ebenfalls. Das ist im Internet so üblich. Lange Textblöcke liest kein Mensch.

Durch ihr Studium und Weiterbildungen weiß Bettina, wo relevante Keywords einzusetzen sind. Die Keywords verbaut sie so im Text, dass kein Leser es merkt. Die Sätze machen Sinn. Der Informationsgehalt ist hoch. Nichtssagende Sätze und unnötige Füllwörter streicht sie in einer zweiten und dritten Korrekturrunde weg. Das macht sie, obwohl sie nach Wortpreisen abrechnet. Das ist fair. Immerhin verkauft sie keine leeren Phrasen, sondern Informationen.

Am ende berechnet sie für einen Text von 500 Wörtern zwischen 25 und 50 Euro. An diesem Text muss nichts mehr überarbeitet werden. Falls ihr Kunde doch einen Änderungswunsch hat, übernimmt sie diesen natürlich Kostenfrei. Das zählt zum Service. Der Zeitaufwand für Bettinas Kunden bleibt gering. Lediglich ein kurzes Telefonat bei Auftragsvergabe oder die Beantwortung einiger Fragen sind nötig und wenige Tage später erhält der Kunde den fertigen Text.

Qualität oder Niedrigpreis: Wo liegt der Unterschied beim Contentkauf?

Professioneller Text Günstiger Text
Preis für 500 Wörter 50 Euro 10 Euro
Briefing kein Briefing nötig 20 – 40 Minuten
Korrekturen nicht nötig 20 Minuten oder gegen Aufpreis
Nachbearbeitung kostenlos ggf. kostenlos
SEO-Regeln automatisch nur unter Angabe im Briefing
Wirkung auf Kunden positiv, serös, informativ ggf. langweilig, unseriös
Zeitaufwand für Sie 10 Minuten 40 – 60 Minuten

An dieser Übersicht sehen Sie, dass Sie entweder mehr Geld oder mehr Zeit investieren müssen, um guten Content zu erhalten. Nicht einbezogen wurde die Zeit, die Sie bräuchten, um sich über die aktuellen SEO-Regeln und anderen Regeln zu informieren.

Günstige Texte mit Mehrwert: Wann billig Content Sinn macht

Ich weiß, ich weiß: Billig Content kommt in diesem Artikel nicht gut weg. Natürlich bin ich als Texterin darum bemüht, Texte mit Mehrwert zu produzieren und appelliere auch an meine Kunden, nicht am falschen Ende zu sparen. Immerhin: Wer auf Qualität setzt, der setzt richtig. Google wird in Zukunft immer stärker die Inhalte hoch werten, die auch gelesen werden. Reine SEO-Texte ranken schon lange nicht mehr in den Suchmaschinen. Und tun sie es doch, verfehlen Sie Ihre Wirkung bei den Besuchern der Webseite.

Dennoch hat günstiger Content aus den Contentplattformen durchaus seine Daseinsberechtigung. Und zwar vor allem dann, wenn das Budget knapp ist und/oder große Mengen an Text benötigt werden. Zum Beispiel für 1000 Produktbeschreibungen über Stühle. Bei 1000 Produktbeschreibungen sinkt auch die Zeit für die Erstellung des Briefings.

So müssen Sie abwägen, wann sich günstiger Content auszahlt und wann Sie ein höheres Budget ansetzen müssen.  Bei Produktbeschreibungen können Sie Abstriche machen. Diese sind übrigens auch bei professionellen Textern billiger, da der Rechercheaufwand geringer ist. Für Ihre Landingpages darf es ruhig ein wenig mehr sein. Denn dann würde Petra lesen:

Stühle nach Maß – ausgefallene Einzelstücke für Ihre Wohnung

In Konrads Onlineshop finden Sie maßangefertigte Stühle. Hohe Qualität und ein ausgefallenes Design verleihen Ihrer Wohnung einen unverwechselbaren Charme. Kaufen Sie Stühle, die zu Ihnen passen. Bequem online bestellbar per Rechnung, Paypal oder Vorkasse. Der Versand erfolgt schnell und kostenlos direkt zu Ihnen nach Hause.

3 Kommentare bisher.

  1. […] Lösung für das Problem bereitzustellen. Das erreichen Sie durch Texte mit Mehrwert (mehr dazu hier). Diese Texte sorgen letztendlich dafür, dass Ihr Bekanntheitsgrad und Ihr Ansehen wächst und Sie […]

  2. […] kann nicht oft genug gesagt werden: Mehrwert ist mehr wert. Spätestens seit dem Google Panda Update Ende 2011 wurde die SEO Community zum […]

  3. […] sind zwei Texte, die ich erst nicht veröffentlichen wollte, obwohl Sie meine Meinung bestätigen: Wer billig kauft, zahlt doppelt. Hier beschreibe ich meine Erfahrung mit einer Texterbörse aus […]